Vertretungsunterricht

By praktikumsblog

Vier mal habe ich in meiner Praktikumszeit Vertretungsunterricht gemacht. Ich bin da durch Zufall drauf gestoßen, da ich an einem Tag spontan frei hatte und der stellvertretende Schulleiter direkt neben mir stand, als ich das bemerkt hatte. So wurde ich gefragt, obich nicht Lust hätte, die nächste Stunde…einzuspringen. Das habe ich natürlich dankend angenommen (denn darum mache ich ja das Praktikum), habe aber eigentlich drei Sekunden später meine Entscheidung schon bereut, denn die nächste Stunde, das war ja schon in 40 Minuten…

Eigentlich wurde uns vom Zentrum für Schulpraxis ja immer erzählt, dass man das bloss nicht machen solle und dass die Schule einen nur ausnutze, aber meine Erfahrung war ganz anders. Denn der sogenannte „Sprung ins kalte Wasser“ hat in diesem Fall und auch in meinem nur Vorteile gehabt. Und mir hat der Vertretungsunterricht sehr viel Spass und Erfahrung gebracht.

Mein erstes Mal müsste so in Anfang zweiter oder Ende der ersten Woche gewesen sein. Deutschunterricht in der 5. Klasse in der sechsten Stunde. Mein Plan war es (nach einer Vorbereitungszeit von 30 Minuten fiel mir nix besseres ein), die Schülern ein Kreuzworträtsel machen zu lassen und falls dieses zu schnell gelöst werden sollte hatte ich noch das Spiel „Daumendrücken“ in der Tasche…

Aber es sollte anders kommen. Das Thema des Kreuzworträtsels war Computersprache. Also Begriffe aus der Computerwelt (Blog, RAM, Cursor, etc.). Und das kam nur bei 50% der Schüler an. Natürlich hatte ich mich im Vorfeld bei einigen Lehrern erkundigt, ob das Thema passen würde und alle hatten das sofort bejaht. Nach fünf Minuten kam allerdings die erste Meldung: „Das ist langweilig, Herr Carstensen…“ und „Ich kann das nicht Herr Carstensen“. Aber da ich als Lehrer ja eher der strengere Typ bin, habe ich mich von dem ganzem Gezeter nicht erweichen lassen und meinen gut geplanten Unterricht durchgezogen…Das Mädchen mit der Langeweile konnte ich später aber doch noch motivieren, denn mit den Jungs in der letzen Reihe (die das sehr gut konnten) zusammenzuarbeiten war dann doch noch schlimmer.

Und schließlich vergingen die 45 Minuten wie im Flug…

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